Bibliothek der Dinge

Library of Things Hannover

Grundidee

Mit der „Library of Things“ bzw. „Bibliothek der Dinge“ möchte das PLATZprojekt einen Non-Profit orientierten Prototypen der Sharing Economy in Hannover entwickeln und dauerhaft etablieren.

Die „Library of Things“ soll Gemeingüter oder auch „Allmende“ bereitstellen und ähnelt in den Grundzügen einer herkömmlichen Bibliothek, unterscheidet sich jedoch in der Art der ausleihbaren Gegenstände. Statt Bücher soll ein breites Spektrum an Leihgegenständen angeboten werden. Werkzeug, Küchengeräte, Campingzubehör, Veranstaltungsequipment und weitere Gegenstände können über ein digitales Reservierungssystem oder persönlich vor Ort gebucht und ausgeliehen werden.

Ähnliche Initiativen haben sich in den letzten Jahren weltweit in vielen Großstädten entwickelt und Anklang in der Bevölkerung gefunden. Hierzu gehören Bibliotheken wie „Sharing Depot“ in Toronto, „London Library of Things“ in London, „De Deelkelder“ in Utrecht, „Library of Things“ in Prag, „Knjiznicareci“ in Ljubljana und „Leila“ in Berlin.

Wer sind wir

Wir sind Mitglieder vom PLATZprojekt e.V., zu finden an der Fössestr. 103 in Hannover Linden. Auf einer ehemaligen Brachfläche aktivieren wir selbstverantwortlich und niedrigschwellig ungenutzten urbanen Raum. Neben flachen Hierarchien existiert eine Do-Ocracy Philosophie, wodurch wir bei allen Beteiligten die Selbstorganisation, Eigenbeteiligung und Demokratie fördern wollen. Wir sehen das PLATZprojekt als Experimentierfeld für eine aktive Bürgerbeteiligung und Mitgestaltung der Gesellschaft, welche auch innovative Ansätze zur Unterstützung zivilgesellschaftlicher Teilhabe und Engagements ermöglicht.

In den letzten 4 Jahren haben sich unterschiedliche Projekte an dem Standort angesiedelt und entwickelt. Aktuell sind ca. 20 Projekte auf dem PLATZprojekt aktiv, hierzu gehören u.a. StartUps wie Trekkershuus und Piratecyclex, Vereinen wie z.B. OpenSpace, Du bist Willkommen und Taubennotrettung, Künstlern- und Kreativkollektive wie z.B. platzWERK, Artist Residenz sowie Urbane Initiativen wie z.B. der PLATZgarten e.V.. Zudem besteht eine Vernetzung und Kooperationen unterschiedlicher Art zu Initiativen wie z.B. 2er, SNNTG, Fuchsbau, Wanderzirkus, Tante Trottoir, Viva con Aqua, SoLaWi Wildwuchs, Stadtbienen e.V. und Anstiftung.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Ansiedlung der Projekte und die Kooperation mit den Initiativen ist die Bereitstellung der Infrastruktur.

Weiterhin sollen mehr Projekte angesiedelt werden, wobei wir einen interdisziplinären und heterogenen Ansatz verfolgen. Speziell möchten wir Projekten welche im kommerzielle Umfeld kein Erfolg hätten einen Betätigungsraum geben.

Strategie

Das PLATZprojekt als Pionierprojekt hat in den vergangenen Jahren die Infrastruktur auf dem Gelände an der Fössestr. erschlossen und stellt Gemeingüter in Form von Infrastruktur wie Platz, Strom, Wasser, Internet sowie Gemeinschaftsräume und -gerätschaften zur Verfügung. Dadurch werden Hürden abgebaut und eine niedrigschwellige Ansiedlung neuer Projekten wird ermöglicht.

Die Vereinbarung von Regeln zur Nutzung der Ressourcen ist komplex und unterliegt einer Lernkurve die wir in den vergangene Jahren durchschritten haben. Was wird mehr wenn wir teilen? Es handelt sich hierbei um die Gemeingüter welche wir gemeinsam nutzen können. Wir möchten den Menschen zeigen wie durch Kooperation und teilen der Mehrwert für die Beteiligten steigt, statt im Wettbewerb um die Ressourcen in Konkurrenz zu gehen.

Innovative Stadtplaner fordern den öffentlichen Raum als tragende Struktur einer lebendigen Stadt unbedingt zu erhalten und weiter zu entwickeln. Dazu gehört die Förderung unterschiedlichster Nutzungsformen. Hier kann die „Bibliothek der Dinge“ einen zentralen Beitrag leisten. Sie erweitern den Stadtraum um eine wichtige Option und bieten den Bürgern einen attraktiven Mehrwert.

Die gesammelten positiven Erfahrungen und Techniken zur Verwaltung der Gemeingüter möchten wir über das PLATZprojekt hinaus ausbauen. Der Wirkungsradius der „Bereitstellung von Gemeingüter“ soll auf Hannover erweitert werden.

Zielgruppe

Sowohl Hannoveraner Bürger als auch Nachbarschaftsinitiativen (z.B. Straßenfeste und Flüchtlingsinitiativen), urbane Gruppierungen (z.B. Stadtteilgärten) als auch kreative Institutionen / Events (SNNTG oder Fuchsbau) könnten die Bibliothek nutzen und würden von dem Projekt profitieren. Neben den genannten Gruppierungen erwarten wir eine hohe Nachfrage bei finanzschwachen und jungen Menschen (z.B. Studenten), welche über einen kleinen Hausstand verfügen und Probleme haben auf entsprechende Ressourcen zurückzugreifen.

Zugang

Zugang zum „Library of Things“ soll allen Menschen ermöglicht werden, die ihre Identität nachweisen können sowie den Leihvertrag und den AGB´s zustimmen. Die Preispolitik soll bewusst einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen.

Öffnungszeiten

Mind. 2x pro Woche a 2 Stunden können die Leihartikel abgeholt werden. Je nach Aufwand und Nachfrage können auch individuelle Abholzeiten vereinbart werden.

Personal

Das Personal für den Betrieb wird für 1 Jahr auf ehrenamtlicher Basis zugesichert. Langfristig soll das Personal über die Einnahmen der Mitgliedsbeiträge und Leihgebühren refinanziert werden.

Weitere Vorteile:

  • Warum kaufen wenn ein Gegenstand ausgeliehen werden kann?
  • Leihen ist nachhaltig und ressourcenschonend.
  • Leihen lässt die Umweltbelastung, den Rohstoffverbrauch und den Abfall sinken.
  • Leihen spart Geld. Dadurch profitieren einkommensschwache Gruppen und Gruppen von Menschen welche die Geräte nur selten benötigen.
  • Leihen macht flexibler und schafft finanzielle und physische Freiräume.
  • Leihen stärkt den DIY Gedanke und bevollmächtigt die Menschen zu eigenen Projekten.
  • Leihen lässt Projekte eher realisieren und verhindert ein Scheitern an einer fehlenden Grundausstattung. Dies ist z.B. für StartUps, temporäre Kunstprojekte oder Nachbarschaftsinitiativen vorteilhaft.
  • Leihen verbessert die Lebensqualität des Einzelnen durch die gewonnene finanzielle Freiheit und den reduzierten Platzbedarf.
  • Leihen stärkt das Bewusstsein für Gemeinschaftsgüter.
  • Leihen verbindet Menschen, stärkt das Sozialgefühl und fördert eine lebendige Nachbarschaft.

Entwürfe von Sarah